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BionikTechnik der Zukunft?Inhaltsverzeichnis
Prolog Seite
Unterwissenschaften der Bionik Seite
Konstruktionsbionik
Sensorbionik
Strukturbionik Seite
Bewegungsbionik Seite
Neurobionik
Baubionik Seite
Welche realisierte und lauffähige Bionik gibt es ? Seite
Lotusblüteneffekt
Haifischhaut Seite
Roboterarm
Epilog Seite
Quellenverzeichnis Seite
1. Prolog
Die Selbständige Vertiefungsarbeit Bionik – Technik der
Zukunft hat laut Vereinbarung gewisse Vorlagen, mit denen sich der Inhalt
dieser Arbeit zu versucht.
Als Einführung sind einige Dinge zu erläutern:
Bionik (Biologie – Technik) ist ein Überbegriff für eine Fülle von Unterwissenschaften, welche alle die Erforschung und Umsetzung eines biologischen Systems für den Markt gemeinsam haben.Die Natur stellt in der Regel jedoch keine Modelle zur Verfügung, eher
Anregungen, wie ein bestehendes Problem gelöst werden kann. Aber was sonst
könnte billiger sein, als ein perfektes, von menschlicher Hand
unbeeinflusstes und absolut kostenloses Technologiezentrum zu
infiltrieren?
Infiltrieren sollte nicht negativ verstanden werden. Im Gegensatz zur
Gentechnologie wird das untersuchte Objekt nicht verändert, kann also - von
gewissen Ausnahmen abgesehen – ohne weiteres an die Natur
zurückgegeben werden.
Die Anregungen und Lösungen der Natur müssen stets auf eine
mögliche Umsetzung geprüft werden. Leonardo da Vinci untersuchte mit
einfachen Mitteln den Vogelflug und probierte die erworbenen Erkenntnisse auf
einen Flugapparat umzusetzen. Leider scheiterte das Projekt, da ein Mensch
unmöglich genug Kraft hatte, um diese Flügel zu bewegen.
Da Vinci betrieb trotz des Misserfolges Bionik (Kinematik), er erforschte
die Grundlagen unter physikalischen Gesichtspunkten und probierte das Gefundene
in Technik umzuwandeln. Der Vogelflug wird aber immer noch untersucht, heute
aber unter Gesichtspunkten der Aerodynamik.
In jüngerer Zeit – in einem Zeitraum von 30 – 40 Jahren
– wurde intensiver und mit mehr Elan geforscht, beträchtliche Erfolge
(welche später erläutert werden) wurden erzielt.
Meine Themenwahl fiel deshalb auf Bionik, da in letzter Zeit häufig
Medien über dieses Thema berichten und deshalb mein Interesse geweckt
haben.
Zum Abschluss des Prologes noch einige Bionik - Definitionen, welche nicht
aus meiner Feder stammen:
„ Bionik ist lernen von der Natur als Anregung für eigenständiges technologisches Gestalten“"Bionik als wissenschaftliche Disziplin befasst sich mit
der technischen Umsetzung und Anwendung von Konstruktions-, Verfahrens- und
Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme".
2. Unterwissenschaften der Bionik
Es folgt eine Auflistung einiger Unterwissenschaften der Bionik. Die Liste
kann nicht ganz vollständig sein. Es gibt noch viele weitere
Forschungsarten und Wissenschaften, deren Beschreibung aber den Rahmen dieser
Arbeit sprengen würde.
In der Konstruktionsbionik werden Mechanismen der technischen und der
biologischen Welt miteinander verglichen.
Diese Unterwissenschaft hat die Aufgabe zu untersuchen, wie
Konstruktionselemente (z.B. Pumpkonstruktionen: Speichelpumpen, Herz) zu
funktionierenden Gesamtkonstruktionen zusammenarbeiten.
In der Natur müssen Konstruktionen oft eine Vielzahl von Aufgaben
erfüllen können. Das männliche Geschlechtsorgan dient
gleichzeitig dem Urinieren wie der Fortpflanzung, die Nase analysiert
gleichzeitig Gerüche, filtert die Atemluft und dient der
Sauerstoffaufnahme. Für die Rationalität einer technischen
Konstruktion und nicht zuletzt der Preisfrage wegen sind Konstrukte, welche
viele Aufgaben erfüllen können (Pumpen, die saugen und Pumpen
können), sehr wichtig.
Beispiel :
Das Klett - Prinzip, das einige Pflanzen zum Samentransport oder einige
Wurmarten zur Fortbewegung nutzen, wurde vor etwa 30 Jahren dazu verwendet,
Fototaschen mit verschiebbaren Innenfächern zu konstruieren. Heute
verwendet man den „Klettverschluss“ für Schuhe,
Taschenverschlüsse, Bandagen, etc.
Diese Wissenschaft beschäftigt sich mit der Aufgabe, physikalische und
chemische Reize zu messen und für unseren Verstand begreiflich zu machen.
Auch Ortung und Orientierung gehören zu diesem
Wissenschaftsbereich.
Im Körper des Menschen kreisen Stoffe in hoher Verdünnung, die
für heutige Analysen kaum wahrnehmbar sind. Die Sensorbionik bedient sich
beispielsweise einem Insekt, dessen Fühler extrem empfindlich auf den
gewünschten Stoff reagieren, und wertet dann die entstehenden elektrischen
Signale aus.
Beispiel :
Die Fledermaus ist ein nachtaktives Tier, das seine Nahrung (Insekten) mit
einem Sonarsystem ortet. Das System ist ähnlich dem des Radars, funktioniert
aber einfacher und ist auch einfacher nachzubauen, z.B. für Abstandsmessungen
für Rückfahrtswarneinrichtungen in Lastwagen, Vermessungsgeräte
für den Hausbau, usw.
Strukturbionik ist der Überbegriff für die Erforschung von
technisch verwertbaren Materialien und Strukturen, die man in der Natur findet.
Unkonventionelle Materialien und Strukturen (ich denke da zum Beispiel an ein
Wespennest, welche interessante Strukturen und einfachste Materialien mit
höchst möglicher Effizienz kombiniert) werden auf ihre Eignung
für die kommerzielle Transformation geprüft.
Beispiel :
Im Jahr 1959 entdeckte ein Forscher den Bildungprozess der Diatomeenschale.
Die Zelle synthetisiert kleine Fetttröpfchen, die sich an der
Oberfläche anordnen und sich gegeneinander abplatten. In die Hohlräume
wird Kieselsäure injiziert. Nach Abbau der Fetttröpfchen bleibt ein
Kieselsäureskelett übrig, das stabil gegen Flächendrücke
reagiert. Ein Architekt übernahm diese Technik und presste Gummiblasen
zwischen zwei Blasen. Die entstehenden Hohlräume füllte er mit Gips
aus und verwendete die Konstruktion für Abdeckungen und
dergleichen.
2.4 Bewegungsbionik
In der Fauna zählen laufen, schwimmen und fliegen zu den
Hauptfortbewegungsarten. Die Natur hat diese Bewegungen bis zur Perfektion
verbessert, und so kann die Bewegungsbionik von einer Fülle von Anregungen
(Bewegungsablauf eines schwimmenden Delphins oder einer fliegenden Krähe,
Oberflächenbeschaffenheit eines Walfischs) profitieren.
Beispiel:
In Deutschland wurde ein Laufroboter mit sechs Beinen entwickelt, dem das
Steuer- und Nervensystem einer Heuschrecke als Vorbild Modell stand. Die
Steuerkreise des Insektes sind nicht direkt miteinander verbunden, sondern bloss
vernetzt. Steht ein Bein vor einem Hindernis, setzen andere Beine schon
über das Hindernis hinweg, ohne komplizierte Berechnungen durchführen
zu müssen.
Die Hausfliege, im Normalfall lästig ohne Ende, ist ein Paradebeispiel
für vernetztes Kommunizieren verschiedener Körperteile. Auch dieses
Tier dient als Vorlage für einen Roboter, der Rundumsicht wie die Fliege
besitzt, und der das vernetzte Denken der Fliege nachahmt.
→ Auf dem Drehbaren Kopf sind zahlreiche
Kameras angeordnet, die dem Roboter eine Rundumsicht
ermöglichen. Auf der zweiten Ebene ist die Steuerelektronik
untergebracht, und auf der untersten Ebene die Bewegungsmechanik.
2.5 Neurobionik
Neurobionik befasst sich mit dem Gehirn, dem Datenverarbeitungsystem
unseres Körpers und dem Nervensystem, dem Datentransfer. Sie erforscht das
Zusammenspiel Datenaufnahme - Datenverarbeitung und versucht, die gewonnen
Erkenntnisse in KI (Künstliche Intelligenz) einfliessen zu lassen. Da die
konventionellen Speicher heutiger Computersysteme nicht mehr lange reichen
werden, müssen neue Medien gefunden werden. Meiner Meinung nach werden dies
Biospeicher basierend auf Forschungen aus dem Gebiet der Neurobionik
sein.
Beispiel :
Im Auge eines Krebses wurde bereits in den 50 - er ein
Schaltungsmechanismus entdeckt, der die Helligkeitskontraste von
Licht-Schatten-Grenzen verstärkt. Dieses Prinzip findet sich ebenso in
Wirbeltieraugen wie im Menschenauge wieder. Optische Geräte, mit denen z.B.
der Windabdrift von Flugzeugen gegenüber dem Untergrund gemessen oder die
automatische Scharfstellung von Diaprojektoren gewährleistet werden sollen,
funktionierten erst, nachdem dieses biologische Prinzip übernommen worden
war.
2.6 Baubionik
Homo Sapiens überziehen den ganzen Erdball mit grossen und kleinen
Bauwerken, jedoch nicht mit der von der Evolution entwickelten Finesse. Die
Baubionik erforscht Bautechnologien von Flora und Fauna, um sie praktisch
umzusetzen. Zum Beispiel das Wärmeaustauschsystem von Termitenbauten,
Anordnung von grossblättrigen Pflanzen in Relation zu Sonnenlicht oder
elastische Bauformen wie Spinnennetze.
Beispiel :
Rosettenpflanzen richten ihre Blätter so aus, dass sie sich bereits
während der Entwicklung und auch während des weiteren Lebens in
Ausrichtung zur Sonne gegenseitig möglichst wenig beschatten. Italienische
Architekten haben in einem Wohngebiet in Rom eine 13-stöckige
Hauskonstruktion nach dem Prinzip solcher Rosettenpflanzen gebaut. Die
Wohneinheiten sind platzsparend so ineinander verschachtelt, dass sich die
einzelnen Einheiten im Sommer (bei sehr starker Sonne) gegenseitig etwas
beschatten, im Winter aber möglichst wenig die Sonne wegnehmen.
3. Welche Realisierte und lauffähige Bionik gibt
es ? Da Bionik schon seit einiger Zeit betrieben wird, gibt es einige
„Erfindungen“, welche bereits industriell und von der Masse genutzt
werden.
Der Namen dieses Effektes stammt von der Heiligen Lotuspflanze, deren
Blattoberfläche praktisch unbenetzbar ist. Dieser Effekt wurde zwar schon
in den 70er Jahren entdeckt. Jedoch wurde erst vor einiger Zeit entdeckt, dass
die Oberflächen zudem auch selbstreinigend sind.
Das interessante daran ist, dass die Blattoberfläche nicht völlig glatt, sonder stark aufgerauht ist. Dies bewirken stark gewölbte Zellen und spezielle Wachskristalle von der Grösse weniger Mikrometern. In Kombination bewirken sie eine hydrophobe (wasserabweisende) Oberflächenstruktur, welche auch gegen natürliche Einflüsse äusserst widerstandsfähig ist. Anders verhält es sich gegen Umweltchemikalien wie z.B.
Pflanzenschutzmittel, welche Tenside enthalten, die die Oberflächenstruktur
des Blattes verändern und benetzbar machen. Infolge dessen können
Pilzsporen und Krankheitserreger das Blatt besiedeln und die Pflanze zugrunde
richten.
Die Idee der rauhen, unbenetz- bzw. unverschmutzbaren Oberfläche
befähigt die Industrie, Autolacke und Oberflächenbeschichtungen auf
physikalisch - chemischer Grundbasis herzustellen, welche in vielen Bereichen
zur Anwendung kommen werden. Ein erstes Produkt wurde Anfang dieses Jahres von
einer Farbfabrik unter dem Namen ispo Lotusan auf den
Markt gebracht. Der Vorteil einer solchen Beschichtung ist leicht zu
finden:
Reinigungsmaterial fällt nur noch bedingt an und dies entlastet die
Umwelt.
3.2 Haifischhaut auf einen Airbus übertragen
Wassertiere bewegen sich in einem Medium, welches einen möglichst
geringen Reibungswiderstand verlangt, wenn die Tiere nicht zuviel Energie
für die Fortbewegung aufwenden wollen.
Deshalb stattete die Evolution einige Haifischarten mit einer
oberflächentechnisch gesehen speziellen Haut aus, welche beim Schwimmen
entstehende Wirbel beseitigt.
Die Haifischhaut ist in Strömungsrichtung fein gerillt, damit beim
schwimmen entstehende Wirbel vermindert oder beseitigt werden.
Die Forscher massen diese Rillen aus, und übertrugen sie
grössenverhältnissmässig auf Modelle, die sie in einem
Strömungskanal testeten.
Eine Firma produzierte Prototypen einer Folie, die sich für die
Beklebung auf Airbuse des Typs A340 eignet.
Nach einem Testflug konnte eine Reibungsverminderung von 8 % festgestellt
werden, was ein Einsparung von 2.4 Tonnen Treibstoff pro Langstreckenflug
bedeutet.
3.3 Elastisch angetriebener
Roboterarm
In der elektromechanischen Robotik (Förderbänder,
Schweissautomaten, Abfüllanlagen) sind möglichst spielfreie Gelenke
gefragt. Vor allem deshalb, weil lotterige Gelenke und Übersetzungen
ungenau und praktisch nicht zu kompensieren sind. Eine Firma hat das Problem
jetzt von der anderen Seite her angepackt. Sie nahmen sich die Natur zum Vorbild
(genauer: den menschlichen Muskel) und lösten das Problem mit einem
elastischen Roboterarm, welcher mit Elektromotoren und Zugfedern gesteuert und
angetrieben wird. Ein Roboterarm dieser Art hat einige Vorteile: Prallt der Arm
auf etwas unerwartetes, geben die Federn nach und hinterlassen keine allzu
grossen Schäden. Da die Gelenke nicht spielfrei sein müssen, ist die
Herstellung billiger und weniger aufwendig. Der elastische Roboterarm ist jedoch
aufwendiger zu steuern. Zwar sind alle Schwingbewegungen kompensierbar,
dafür aber rechenaufwendiger. Das erfordert eine grössere
Rechenleistung. Aber die Natur hat uns ja gezeigt, wie gut elastische Aktoren
funktionieren.
Epilog
Grundsätzlich lässt sich das Thema Bionik schwer definieren.
Wenige Menschen wissen überhaupt, was Bionik ist. Das lässt ein wenig
auf die Popularität des Themas schliessen. Im Allgemeinen sehe ich eine
grosse Zukunft für Bionik, wenn - und nur dann - sich Wissenschaftler einen
Kodex auferlegen, welcher sie zwingt, anständig mit der Natur umzugehen.
Gentechnologie ist im Vergleich zur Bionik mächtiger, aber um einiges
schmutziger, da Tiere gezüchtet oder verändert und nicht bloss
beobachtet werden.
Ob Bionik die Natur ausbeutet ist schwer zu sagen. Eine Ausbeutung bedeutet
eigentlich, dass die ausgebeutete Lebensform kein eigenes Leben mehr hat und nur
noch für die Ausbeutung selbst lebt, auch wenn dies der Lebensform gar
nicht bewusst sein muss. Ich denke nicht, dass Bionik eine Ausbeutung ist, da
nur einzelne Objekte einer Lebensform beobachtet werden und in seltenen
Fällen ihr Leben lassen müssen.
Mein persönlicher Erkenntnisgewinn bezüglich des
Themas:
Ich habe einen kleinen Einblick in eine Wissenschaft erhalten, welche in
Zukunft einige Dinge entdecken und umsetzen wird. Eine saubere Wissenschaft, die
sich das Wissen, das sich die Menschheit in der kleinen Zeitspanne, die sie
schon auf diesem Planeten verbringt, mit dem Wissen der Natur, die schon einiges
länger auf der Erde durchgehalten hat, zu Nutze machen kann.
Quellenverzeichnis
Die Angaben, Beispiele, Daten und Bilder stammen grösstenteils aus dem
Internet. Daher die grosse Zahl der Webadressen.
Forschungsprojekte der Bionik:
Universität Saarbrücken:
Universität Bonn :
Bionikseite der Stadt Berlin :
Geo – Artikel zum Thema Bionik:
NZZ – Artikel im Internet:
Buchhinweise im Internet :
Weitere Sites :
Interessante Bilder :
Im Fernsehen werden Populärwissenschaftssendungen ausgestrahlt
(Galileo, Welt der Wunder), die oft Bionikverwandte Themen bearbeiten. |
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Diese Seite ist Bestandteil des Projekts StudyPaper.com. Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von Reto Kaufmann zur Verfügung gestellt. Zurück zur Themenseite: StudyPaper.com/Startseite/Wissenschaft/Naturwissenschaften/Biologie Das Setzen von Verweisen (Links) auf diese Seite ist gestattet und bedarf keine vorherige Absprache. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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